Ausbildungsbotschafter zu Besuch: Die Stiftung St. Franziskus in Klassenstufe 8
Am Dienstag, den 24.02.2026, durfte die Klassenstufe 8 die Stiftung St. Franziskus als Ausbildungsbotschafter willkommen heißen. Frau Richter nahm die Schülerinnen und Schüler mit auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Geschichte, die vielfältigen Aufgabenbereiche und die zahlreichen Berufsmöglichkeiten der Stiftung.
Zu Beginn berichtete sie von den Ursprüngen des Ortes Heiligenbronn. Wo sich heute Gebäude befinden, erstreckte sich einst ein sumpfiges Gebiet mit vielen Bächen und Quellen. Einer Sage nach soll ein blinder Mensch durch das Wasser sein Augenlicht wiedererlangt haben. Immer mehr Menschen pilgerten daraufhin zu diesem besonderen Ort und die Quelle erhielt den Namen „heiliger Brunnen“ – daraus entwickelte sich schließlich der Name Heiligenbronn.
Die Stiftung selbst wurde 1991 als kirchliche Stiftung gegründet. Doch schon lange zuvor war das klösterliche Leben der Schwestern in Heiligenbronn von sozialen Aufgaben geprägt. Aus dieser Tradition heraus entstand eine moderne soziale Einrichtung mit heute drei großen Geschäftsbereichen: Leistungen für Kinder und Jugendliche, Leistungen für Menschen mit Behinderung sowie Leistungen für ältere Menschen. Mit rund 6.000 Klientinnen und Klienten, etwa 2.700 Mitarbeitenden und zusätzlich rund 210 ehrenamtlich Engagierten, zählt die Stiftung zu den bedeutenden sozialen Trägern im südlichen Baden-Württemberg. An über 30 Standorten – darunter auch Rottweil, Balingen und Bad Dürrheim – setzt sie sich täglich für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen ein.
Im weiteren Verlauf stellte Frau Richter konkrete Berufsmöglichkeiten vor. In der Altenhilfe beispielsweise arbeiten Fachkräfte eng mit älteren Menschen zusammen. Diese verantwortungsvolle Tätigkeit erfordert Geduld und Einfühlungsvermögen. Gleichzeitig ist sie von großer Dankbarkeit und Wertschätzung geprägt, da hier Menschen begleitet werden, die alleine nicht mehr zurecht kommen.
Auch die Berufe der Erzieherin bzw. des Erziehers sowie der Jugend- und Heimerzieherin bzw. des Jugend- und Heimerziehers wurden näher erläutert. Erzieherinnen und Erzieher fördern Kinder in ihrer Entwicklung, stärken ihre Persönlichkeit, planen pädagogische Angebote und gestalten den Alltag in den Einrichtungen. Jugend- und Heimerziehende begleiten junge Menschen intensiv auf ihrem Weg in ein selbstständiges und eigenverantwortliches Leben und unterstützen sie insbesondere in schwierigen Lebenssituationen.
Besonders eindrucksvoll war neben der Vorstellung der verschiedenen Ausbildungsberufe der praktische Teil des Besuchs. In fingierten Alltagssituationen konnten die Jugendlichen selbst erfahren, wie es sich anfühlt, wenn bestimmte Fähigkeiten plötzlich nicht mehr zur Verfügung stehen. Mit Augenbinde und Blindenstock ausgestattet, erkundeten sie das Schulhaus ohne ihr Augenlicht. Schnell wurde deutlich, wie sehr wir im Alltag auf unsere Sehkraft angewiesen sind: Gewohnte Wege wirkten unsicher, Geräusche erschienen intensiver und selbst kleine Hindernisse stellten eine Herausforderung dar. Diese Selbsterfahrung sorgte für nachdenkliche Momente und förderte das Verständnis für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen. Auch Eindrücke in den Lebensalltag eines demenzkranken Menschen wurden durch verschiedene Stationen näher gebracht.
Der Besuch machte eindrucksvoll deutlich, wie vielfältig, anspruchsvoll und zugleich erfüllend soziale Berufe sein können. Darüber hinaus wurden durch die praktischen Erfahrungen Empathie und ein neues Bewusstsein für die Lebenssituationen anderer Menschen gestärkt.