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Verkehrsprävention in der GWRS Villingendorf

Der Traum vom Führerschein

Ganz vereinzelt gibt es Schüler, die zusammenzucken, sobald sich eine Polizeiuniform nähert. Meist haben in solchen Fällen Gewaltdelikte, Alkoholmissbrauch und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz zu ersten unerfreulichen Begegnungen geführt. Mit Wolfgang Riedlinger und Jürgen Stöhr tauchten jüngst zwei Polizeibeamte von der Verkehrsprävention Rottweil direkt in der GWRS Villingendorf auf. Zusammen mit den Werkrealschülern widmeten sie sich einem der wichtigsten Themen für Jugendliche ab 15 Jahren: den Traum vom eigenen Führerschein. Die beiden erfahrenen Beamten sind Profis – rasch gelang es ihnen, das anfänglich vorhandene Eis aus Schüchternheit, Zurück- und Abwartehaltung zu brechen. Kein erhobener Zeigefinger, keine Paragrafen, keine Drohung mit Strafverfolgung. Der fast schon freundschaftliche Umgang mit den jungen Verkehrsteilnehmern resultierte aus dem Motiv dieser Veranstaltung: Fürsorge. „Wir möchten euch vor Schaden bewahren“, betonte Riedlinger.

Wolfgang Riedlinger

Die Entwicklung junger Menschen ist mit einer zunehmenden Ausdehnung ihrer Aktionsräume verbunden. Der Erwerb der Fahrerlaubnis und damit der Wechsel vom Mitfahrer zum Fahrer ist für Schüler heute zu einer bedeutenden Übergangssituation vom Jugendlichen zum Erwachsenen geworden. Gleichzeitig geht diese Entwicklung mit einem deutlich erhöhten Unfallrisiko einher. Eine ausgeprägte Risikobereitschaft, Selbstüberschätzung, das Streben nach „Freiheit und Abenteuer“, Imponiergehabe und fehlende Erfahrung sind häufig die gefährlichen Begleiter junger Fahranfänger. Hinzu kommt, dass sie den öffentlichen Raum als Sport-, Kommunikationsort und Treffpunkt für Gruppenaktivitäten nutzen. In ihrem Freundeskreis werden jugendtypische riskante Verhaltensweisen nicht selten gesteuert und übernehmen dann eine wichtige soziale Funktion, über die der Einzelne Anerkennung findet.

An Wissen um die Gefahren mangelt es den meisten Heranwachsenden nicht. Im Gespräch wurde aber deutlich, dass sie sich oft anders verhalten. „Unsere Einheiten zur Mobilität zielen auf Einstellungs- und Verhaltensänderung durch eigene Einsicht ab“, stellte Riedlinger fest. Wie reagiert ein menschlicher Körper bei Unfällen mit geringen und hohen Geschwindigkeiten? Warum kann das Rollertuning nicht nur lebensgefährlich sein, sondern zusätzlich auch eine enorme Kostenfalle darstellen? Fragen, die von allen Beteiligten mit großem Engagement interaktiv erarbeitet wurden. Immer wieder kam dabei auch aussagekräftiges Video- und Bildmaterial aus der Region zum Einsatz. Tragische Schicksale, die zumeist arglos begonnen hatten und mit dem Tod der Akteure ein schreckliches Ende fanden. Fast schon flehentlich appellierte Riedlinger an die Jugendlichen, dass sie auf dem Roller den Riemen ihres Helms schließen und sich im Auto angurten sollten. Das traurige Beispiel einer Familie beantwortete die Frage nach dem Warum. Die Eltern waren zusammen mit ihren Kindern in einem Van auf der Autobahn unterwegs, als das Fahrzeug plötzlich seitlich ausbrach, quer über zwei Spuren schleuderte und nach einem Überschlag auf der Fahrbahn zum Stehen kam. Das jüngste Kind war in der letzten Sitzreihe nicht angeschnallt, wurde mit Wucht durch das Fenster der Heckklappe geschleudert und verstarb noch an der Unfallstelle. Alle anderen Familienmitglieder kamen dank der geschlossenen Anschnallgurte mit vergleichsweise leichten Blessuren davon. Es blieben Trauer und Schmerz, die mit einer alltäglichen Nachlässigkeit ihren Anfang genommen hatten.

Nach sehr intensiven und erkenntnisreichen 90 Minuten verabschiedete sich Riedlinger von den Abschlussschülern der zehnten Klasse. Er bedankte sich bei den Jugendlichen für deren lebhafte Mitarbeit. Zu einem Pausenkaffee reichte es leider nicht mehr, da bereits erwartungsvolle Mädchen und Jungen aus der fünften Klasse ihre Plätze eingenommen hatten. Hier gehe es nun altersgemäß um die Teilnahme am Straßenverkehr als Fußgänger, Pkw-Mitfahrer und Fahrradlenker, erklärte Riedlinger. Blitzende Kinderaugen, emporgestreckte Finger und ungeduldiges Getuschel ließen erst gar keine Zweifel aufkommen – um die Motivation dieser Altersgruppe musste er sich keine Sorgen machen.

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