Mauritius gewinnt die Koch-WM
Schwarzwälder-Bote: Anja Schmidt
Die kulinarische Weltreise von Schülern der Grund- und Realschule in Villingendorf begeistert die Jury.
Die Fußball-Weltmeisterschaft ist in Villingendorf allgegenwärtig. In der Ortsdurchfahrt wehen die Fahnen der beteiligten Nationen und in der Realschule wetteifern die Schüler in der Koch-WM.
Seit 2014 treten die Schüler der Klassen neun und zehn parallel zu den Fußball-Welt- und Europameisterschaften zum kulinarischen Wettstreit an. Honoriert werden dabei nicht allein die Menüs. Auch Kreativität, Tischdekoration und Service fließen in die Bewertung ein.
Im Vorfeld entscheiden die Teams mit ihren Coaches, welches Land sie vertreten. Nach den Vorrunden, Viertel- und Halbfinalen hatten sich die Teams aus Griechenland, der Türkei und Mauritius fürs große Finale qualifiziert.
Passend zu ihren Ländern gestalteten die Finalisten ihre Tische mit viel Liebe zum Detail. Landesfarben, typische Deko-Elemente und kreative Ideen sorgten für ein stimmungsvolles internationales Flair.
Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen fand die Abschlussveranstaltung erneut unter freiem Himmel statt. Im angenehmen Schatten und bei einem leichten Lüftchen nahm die Jury an den drei Ländertischen Platz.
Die drei Finalteams präsentierten typische Spezialitäten ihres Landes in drei Gängen. Melone mit Schafskäse als Vorspeise aus Griechenland, Curry als Hauptspeise aus Mauritius und Schokokuchen als Nachspeise aus der Türkei ließ die Jury schwärmen. „Ich bin stolz auf die Schüler“, betonte Claudia Seifried. Die Schüler hätten sich während des Wettbewerbs „selbst optimiert“ und Zuhause am Herd weitergeübt.
Die Jury am Tisch, mit Marco Koch von der „Waldschenke“ in Schömberg, Ozgür Omar vom „Hofgut Neckarburg“, Klaus Ringgenburger von der IHK und Bürgermeister Marcus Türk, war beeindruckt. „Mir geht das Herz auf, wenn ich sehe, wie junge Menschen an das Kochen und die Wertschätzung der Lebensmittel herangeführt werden“, lobte Marco Koch.
Komplimente heimsten die jungen Köche auch von Ozgür Omar ein, der darüber hinaus die Schule und die Förderung des Nachwuchses lobte. Auch Klaus Ringgenburger, der die Koch-WM seit Jahren begleitet, verneigte sich vor der Leistung und würdigte das Engagement der Schule.
Die Entscheidung fiel der Jury denn auch sichtlich schwer. Griechenland wurde für seine geschlossene Teamleistung gelobt und erreichte in der Gesamtwertung den dritten Platz. Die türkischen Kochkünstler überzeugten insbesondere durch die feine Würzung der Speisen und sicherte sich dadurch Rang zwei. Den Sieg holte sich aber das jubelnde Team Mauritius. Hier überzeugte das Gesamtpaket aus Kulinarik, Präsentation und Auftreten.
Schulleiter Markus Fischinger dankte den Schülern für ihre „mehr als respektable Leistung“. „Ihr habt euch riesig ins Zeug gelegt und die die Jury sichtlich begeistert“, freute er sich mit seinen Schülern. Bürgermeister Marcus Türk lobte alle Teams. „Es hat alles gestimmt. Das Ambiente, die Fröhlichkeit und die Freundlichkeit“. Und freilich die Kulinarik. Selten sah man den Bürgermeister so genussvoll schlemmen.