Teil V des Kompetenz- und Alltagstraining in Klasse 10

Tischmanieren – das Zünglein an der Waage?

Gemeinsames Essen ist mehr als nur Bedürfnisbefriedigung, da hier auch kommunikative und soziale Aspekte zum Tragen kommen. So kann der gemeinsame Mittagstisch Beziehungen, Macht, Respekt, Liebe oder Gemeinschaft ausdrücken. Was, wo, wie, mit wem, zu welchen Gelegenheiten: all das übermittelt Botschaften über uns selbst. Die Kenntnis der Spielregeln und das bewusste Umsetzen von Tischmanieren erlauben Rückschlüsse auf unsere Erziehung und Sozialisation. Teamfähigkeit gehört für viele große Unternehmen zu den entscheidenden Einstellungskriterien. Wer ganz selbstverständlich die wichtigsten gesellschaftlichen Normen im Alltag lebt, zeigt Achtung für die Umwelt sowie Verständnis und Respekt gegenüber seinen Mitmenschen. Während Bewerbungsrunden achten geschulte Beobachter auf Details, die später sorgfältig analysiert werden. So weist auch der Ausbildungsexperte Friedemann John darauf hin, dass neben fachlicher Qualifikation nicht selten das Sozialverhalten ausschlaggebend für einen Ausbildungsvertrag sei. Erkenntnisse im Zuge des gemeinsamen Mittagessens gehörten mittlerweile ganz selbstverständlich zum Auswahlprozess dazu.

"Auch auf die Details kommt es an!" - Jochen Hermann

Bewerber A hat bereits die Hälfte eines Assessment-Centers hinter sich gebracht. Seine betrieblichen Beobachter konnten bisher viel Positives in den Kategorien fachliches Wissen und geistige Beweglichkeit festhalten. Jetzt geht die Gruppe zum gemeinsamen Mittagessen. Langsam fällt die Anspannung von Bewerber A ab, weil die Prüfungssituation aus seiner Sicht für knapp zwei Stunden unterbrochen wird, wobei es sich allerdings um eine persönliche Fehleinschätzung handelt. Hungrig betritt er noch vor den Gastgebern das Restaurant und steuert zielsicher eine freie Tischgruppe an. Dummerweise wird die Gruppe in einem Nebenraum erwartet, worauf Bewerber A von den Gastgebern diskret hingewiesen werden muss. Müde lässt er sich auf den nächstbesten Stuhl fallen und nimmt eine gemütliche Haltung ein, um auf seinem Smartphone alle neuen Nachrichten abrufen zu können. Derweil wird bereits die Suppe gereicht. Bewerber A bekommt gar nicht mit, dass seine Gastgeber noch ein kurzes Wort an die Gruppe richten wollen. Er startet unvermittelt mit dem Essvorgang, allerdings versehentlich mit dem Dessertlöffel. Dieser Fauxpas lässt sich rasch korrigieren, auch wenn der gebrauchte Dessertlöffel nun an falscher Stelle wieder direkt auf dem Tischtuch liegt. Mit großem Appetit schiebt sich Bewerber A übervolle Löffel in den Mund. Damit nichts neben den Teller tropft, senkt er dazu deutlich Oberkörper und Kopf in Richtung Tischplatte. Die kunstvoll gefaltete Serviette hat er zuvor an die Seite gelegt. Dass alles aufmerksam wahrgenommen wird, ist ihm momentan noch nicht bewusst… .

Wie verhält man sich bei Tisch? Jetzt wissen das die Zehntklässler

Dieses kleine Beispiel unterstreicht die Bedeutung des eigenen Sozialverhaltens. Entsprechend bat Jochen Hermann die Schüler zu Tisch. Hier wurde der Umgang mit Besteck, Gläsern, Serviette und Geschirr geübt. Auch Sitzhaltung und „Bestecksprache“ standen im Fokus. Wer setzt sich zuerst? Wann darf mit dem Essen begonnen werden? Was ist während den Tischgesprächen zu beachten? Ebenso mit dabei: ein Schnellkurs für verschiedene Servietten-Falttechniken. Bei Hermann sorgte das Motto „Keine Angst vor Fehlern“ für eine gelöste Atmosphäre. Aber der Ernstfall könnte schneller eintreten, als man es selbst erwartet hätte.

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