Teil III des Kompetenz- und Alltagstrainings in Klasse 10

Vorstellungsgespräche: Perspektivwechsel, Nervosität und Lampenfieber

Vorstellungsgespräche sind heikel: Während eines kurzen Austausches soll man sich hier möglichst clever äußern, vor Inspiration und Engagement nur so sprühen, einen nachhaltig sympathisch-motivierten Eindruck hinterlassen und obendrein subtil hervorheben, warum man selbst die einmalige Chance für das Unternehmen darstellt, zu einer Bestbesetzung der ausgeschriebenen Stelle zu kommen. Und das alles unter dem hohen Stressfaktor einer klassischen Prüfungssituation. Kein Wunder also, dass die meisten Bewerber entsprechend nervös werden: feuchte Hände, ein hoher Puls und das allgemein bekannte flaue Gefühl im Magen. Solche Symptome bezeichnen einen Zustand innerer Unruhe, bei der unser Körper massenhaft Adrenalin ausschüttet und dadurch Energiereserven freisetzt. All diese Reaktionen gehören zu einem wirksamen Schutzmechanismus: lauert Gefahr, so wird die Flucht- und Verteidigungsbereitschaft innerhalb weniger Augenblicke hergestellt. In einem Vorstellungsgespräch kann dieser Fluchtinstinkt jedoch hinderlich sein, da viele Bewerber ihr „Lampenfieber“ überspielen wollen und sich dabei um Kopf und Kragen reden.

Simulation eines Vorstellungsgespräches

Jochen Hermann machte klar, dass die Nervosität in solchen Ausnahmesituationen nie ganz verschwinden wird. Allerdings zeigte er den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten, wie man mit dem Stress umgehen kann. So solle sich jeder vor Augen führen, dass die Aufregung auch gute Seiten habe, weil sie die Konzentration fördern und zu Höchstleistungen anspornen könne. Die erhöhte Aufnahmefähigkeit sei durchaus als Vorteil zu werten. Außerdem müsse man sich klar machen, dass mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch bereits eine große Hürde erfolgreich genommen worden ist – eine objektive Stärkung für das Selbstbewusstsein. Wer sich dann noch gewissenhaft auf schwierige Fragen (z.B. Brüche im Lebenslauf) vorbereite, könne entsprechend souverän antworten. Zusätzlich sei unbedingt die Körpersprache zu beachten. Vor lauter Nervosität spielen viele Bewerber mit den Haaren, kauen auf ihren Lippen oder rücken ihre Kleidung dauernd zurecht, was vom Arbeitgeber meist als Unsicherheit wahrgenommen werde. Deshalb könne man Vorstellungsgespräche mithilfe einer zweiten Person simulieren und üben, wobei ein Perspektivwechsel sinnvoll sei (siehe unten). Und auch die positive Wirkung des „Powerposings“ sollte mal jeder Schüler selbst ausprobiert haben. Dominante Körperhaltungen könnten nämlich überall für kurze Zeit eingenommen werden und damit zur angemessenen inneren Einstellung beitragen.

Lehrerin Sabine Gauß mit Jochen Hermann

Also stellte Hermann zusammen mit den Jugendlichen verschiedene Vorstellungssituationen nach. Dabei wurde angenommen, dass sich die Bewerber im Vorfeld durch einen gezielten Informations- und Rechercheprozess jeweils eine gute Grundlage erarbeitet hatten. Jetzt war volle Aufmerksamkeit gefragt: Körperhaltung, Mimik, Gestik, die Form der Begrüßung, stetige Beachtung der Höflichkeitsnormen, Stimmlage, Gesprächsinhalte, Blickkontakt und eigene Beiträge zu einem guten Gesprächsverlauf. Hermann, Schüler und die Klassenlehrerin Sabine Gauß schlüpften in einige unterschiedliche Rollen, wobei der Stressfaktor immer gegeben war – fanden die Simulationen doch vor einem kritischen Schülerpublikum statt. Und so ging es richtig: der Bewerber war pünktlich, das Smartphone abgeschaltet, die Bewerbungsmappe als Kopie in der Tasche und ein natürliches Lächeln begleitete die Begrüßung. Für frischen Atem war gesorgt, der Kaugummi draußen und der Bewerber um ein authentisches Auftreten bemüht. Denn wer eine zu coole Fassade aufsetzt, sorgt mit seiner unpassenden Körpersprache für Widersprüche. Dazu gehören auch Ehrlichkeit und Konsequenz. Ein Rollentausch brachte weitere wertvolle Erkenntnisse: Wie sehen eigentlich die Erwartungen, Bedürfnisse und Motive des Arbeitgebers aus? Plötzlich ergaben sich viele mögliche Fragen nachvollziehbar aus dem Simulationsprozess heraus.

Wertvolle Erkenntnisse für die Zehntklässler

Nach den Fasnetsferien wird es um die Aufstellung von Haushaltsplänen gehen.

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