Ausbildungsbotschafter der Firma SK Scheidel

Experten für Kunststoff- und Glasverarbeitung: Workshop von Ausbildungsbotschaftern der Firma SK Scheidel in der GWRS Villingendorf

Florian Mayhofer, Serdal Kösker und Andreas Miller sind Verfahrenstechniker. Mit schwerem Gepäck betreten sie den Unterrichtsraum der Klasse 10. Fast schon routiniert werden letzte Vorbereitungen getroffen. Mit dem erfolgreichen Probelauf der mitgebrachten Bildpräsentation bricht sich zunehmend konzentrierte Entspannung bahn. Nebenbei haben die jungen Ausbildungsbotschafter von SK Scheidel aus Villingendorf einen kleinen Werktisch aufgebaut, auf dem sich nun zahlreiche Gegenstände befinden. Zufriedene Gesichter signalisieren: der Workshop kann beginnen.

Mit SK Scheidel präsentiert sich heute ein mittelständischer Betrieb aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Etwa 50 Mitarbeiter widmen sich hier der Kunststoff- und Glasbearbeitung. Materialien wie Polycarbonat, Acrylglas, technische Kunststoffe, Baustoffe zur Überdachung von Gebäuden, Fassadenplatten oder Glas werden nach Kundenwünschen zugeschnitten, gefräst, gelasert, geklebt und gebogen. Neben dem Berufsbild des Verfahrensmechanikers werden bei SK Scheidel auch Industriekaufleute ausgebildet.

„Unser täglicher Arbeitstag beinhaltet viel Abwechslung“, beginnt Kösker. Anhand zahlreicher Fotos wird diese Aussage auch gleich eindrucksvoll belegt, müssen doch viele verschiedene Maschinen wie CNC-Fräser, Laser, Sägen, Flammpolierer, Polier- und Biegemaschinen bedient werden. Eine Besonderheit stellt die 5-Achs-Fräsmaschine dar, mit der man auch exakt diagonal arbeiten kann. Leistungsstarke Software ist dafür notwendig, die im CAD-Büro fachgerecht mit den gewünschten Daten „gefüttert“ werden muss. Man merkt den Ausbildungsbotschaftern an, dass ihnen der umfangreiche Aufgabenbereich Freude bereitet. Jede Schülerfrage wird ausführlich beantwortet und mit Hilfe von Bildern oder Fotos visualisiert. Das allgemeine Erstaunen ist groß, als Mayhofer klar macht, dass in der Regel auch ausgefallene Kundenwünsche umgesetzt werden. Mit den modernen Bearbeitungstechniken ist man in Villingendorf nicht nur auf ein bestimmtes Angebotsvolumen festgelegt. Einige der mitgebrachten Fertigungsprodukte bringen die vielseitigen Verarbeitungsmöglichkeiten von Kunststoffen und Glas zum Ausdruck: Möbel, Schilder, Pokale, Wappen, Zahnräder und kompliziert aussehende Bausteine für größere Gesamtkonstruktionen, um nur einige zu nennen. Wie kreativ eine zeitgemäße Fassadengestaltung sein kann, beschreibt Miller: „Die Flanke unserer Lagerhalle sieht aus, als ob ein Verkehrsflugzeug in einem Hangar steht.“ Über die Präsentation zeigt er das passende Foto dazu. „Wir können oft Funktionalität mit tollem Design verbinden“, ergänzt er.

Jetzt dürfen die Schülerinnen und Schüler selbst erfahren, wie man Schnittränder entgratet und Schraubgewinde in Kunststoffteile treibt. Die Ausbildungsbotschafter begleiten diesen Prozess, geben Hilfestellungen und erklären, wie man die verschiedenen Werkzeuge am besten einsetzen kann. „Wer handwerklich begabt ist, hat bestimmt keinen Nachteil“, erläutert Kösker. „Mann muss aber nicht gleich ein großes Fachwissen mitbringen, weil stets bei den absoluten Grundlagen begonnen wird“. Das ist beruhigend und öffnet den Schülern weitere neugierige Blicke auf dieses abwechslungsreiche und spannende Berufsbild. Nach weiteren interessanten Ausführungen und praktischen Beispielen werden die drei Ausbildungsbotschafter herzlich verabschiedet. Ein kleines Präsent sagt „Merci“ für den geleisteten Aufwand.
Doch damit nicht genug. Mit Dominik Finkbeiner und Florian Schumpp, zwei Industriekaufleuten bei SK Scheidel, wird der Workshop am Nachmittag fortgeführt. Sie berichten über die drei Jahre der dualen Ausbildung mit den Schwerpunkten Industrie und Handwerk. Eine Grafik zeigt, dass Bewerber in der Regel den mittleren Bildungsabschluss haben sollten. Die kaufmännischen Aufgabenbereiche mit  Materialwirtschaft, Vertrieb, Marketing, Personal-, Finanz- und Rechnungswesen seien durchaus nicht ohne Anspruch. „Industriekaufleute arbeiten dann später mal im Vertrieb, in der Lagerlogistik oder in der Produktentwicklung“, erklärt Schumpp. Je nach Unternehmen könne das Anforderungsprofil auch alle drei Bereiche abdecken.

Sehr interessant sei stets der direkte Kontakt zu den Kunden, berichtet jetzt Finkbeiner von seinen persönlichen Vorlieben. Am Telefon könne es schon einmal Situationen geben, bei denen nur höchste Konzentration und ein professionelles Auftreten zum Ziel führen. „An oberster Stelle steht natürlich die Kundenzufriedenheit. Aber keine Bange, gezielte Gesprächsführung ist natürlich auch Teil der Ausbildung“, beschwichtigt Finkbeiner. Niemand müsse solche speziellen Kompetenzen gleich am Anfang bereits mitbringen. Natürlich sei aber eine aufgeschlossene und offene Wesensart von Vorteil.

In der Berufsschule liegen die Schwerpunkte auf den Fachbereichen Mathematik, Deutsch, Englisch, Wirtschaft und Datenverarbeitung. Die Bildungspläne seien aber lang nicht mehr so breit gefächert wie in der Werkrealschule. In Deutsch gehe es gerade um den schriftlichen und verbalen Kundenkontakt. Ebenso in Englisch, da man ja auch internationale Kontakte pflegen müsse. „Im mathematischen Bereich geht es vor allem um die Kostenermittlung für Fertigungsmaterial, Arbeitsaufwand und Gehälter“, betont Schumpp. Wer mit Mathe „auf dem Kriegsfuß“ stehe, werde als Industriekaufmann/ -frau vermutlich keine große Freude haben. Der Fachbereich „Wirtschaft“ beinhalte schließlich die Fähigkeit, Angebote zu vergleichen und mit Lieferanten in Preisverhandlungen zu gehen.

Beiden Ausbildungsbotschaftern gefällt auch bei diesem Berufsbild die Vielseitigkeit und Abwechslung im Alltag. Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten sie mit Hilfe von Plänen, Skizzen und Preistabellen ein Kundenangebot aus. Dabei wird deutlich, dass auch Industriekaufleute nur mit Wasser kochen. „Einiges können wir schon aus unserem Matheunterricht“, stellt eine Schülerin befriedigt fest. Andere Klassenkameraden müssen allerdings sichtlich beißen und kommen nur mit Hilfestellungen voran. Schumpp und Finkbeiner führen aber auf eine sehr sympathische Weise durch die Aufgaben, sodass niemand auf der Strecke bleibt. Nach einer lebhaften Fragerunde besteht nun wieder die Möglichkeit, bei einer Betriebserkundung tiefere Erkenntnisse vor Ort zu gewinnen. Großer Dank geht an SK Scheidel als einem der wichtigsten Partner für das Konzept der „Regionalen Ausbildungsbotschafter“.

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