Erlebnsipädagogik überzeugt

Die Klassen 7 und 10 meistern erlebnispädagogische Herausforderungen

Nach einer guten halben Stunde Fußmarsch erreichen die Schülerinnen und Schüler aus Klasse 7 ein besonderes Ziel mitten im Wald. Denn das Areal rund um die Burgruine Herrenzimmern bietet beste Voraussetzungen für kooperative Aktivitäten. Gespannt ruhen die Augen auf Michael Schwarz, dessen schweres Gepäck einiges erwarten lässt. Unter dem Motto „Ein Tag an der Burg“ dürfen sich die Teilnehmer heute mit Aufgaben auseinandersetzen, die sich nur kooperativ in der Gruppe lösen lassen.

Eingebettet in eine mittelalterliche Rahmenhandlung müssen die Schülerinnen und Schüler nach festen Regeln ein Schwingseil überwinden und ihren Klassenkameraden im Zuge der nächsten Aufgabe einen gehörigen Vertrauensvorschuss zukommen lassen. Kurz darauf sollen dem Grafen in Form eines Tischtennisballs wichtige Nachrichten überbracht werden. Zu diesem Zweck bilden die Kinder aus halbierten Kunststoffrohren eine „freischwebende“ Rampe, die den Weg des Balls vorgibt. Als Antrieb steht nur die Schwerkraft zur Verfügung.

Erschwert werden diese Aufgaben durch die Tatsache, dass die gesamte Gruppe stets miteinander harmonieren muss, da auch individuelle Fehler zwingend zu einem Neubeginn der jeweiligen Aktion führen. Dabei baut sich auch Frust auf. Doch die Akteure bleiben am Ball, bestärken sich gegenseitig, optimieren ihre Kommunikationsstruktur und lösen auf diese Weise eine Aufgabe nach der anderen. Kurzweilig fliegen die Stunden dahin. Müde und zufrieden treten wir am Nachmittag den Rückweg an. Die Schülerinnen und Schüler haben mit viel Spaß ihre Klassenkameraden besser kennen gelernt, mussten sich zusammen in außergewöhnlichen Situationen behaupten, arbeiteten an ihrer Frustrationstoleranz und konnten sich letztlich immer über einen Gruppenerfolg freuen. Gratulation dazu!

Zwei Tage später stellt sich auch Klasse 10 solchen anspruchsvollen Herausforderungen, wobei die Schwierigkeit heute eine Stufe höher liegt. Zunächst muss die Gruppe ein Schwingseil überwinden, wobei niemand das Seil berühren darf und Leerschwünge nicht zugelassen sind. Geht etwas schief, müssen alle Teilnehmer wieder von vorne beginnen. Ohne genaue Absprachen und ein planvolles Vorgehen ist das Ziel nicht erreichbar. Folglich bedarf es auch einiger Versuche, bevor die Jugendlichen komplett und regelkonform die andere Seite erreicht haben. Erleichtert gehen die Schülerinnen und Schüler in eine kurze Pause, um Kraft für die nächsten Aufgaben zu tanken.

Seile markieren einen großen Säuresee, in dessen Mitte auf einer kleinen Insel ein Schatzbeutel steht. Natürlich muss jede Berührung mit der aggressiven Flüssigkeit unbedingt vermieden werden. Zudem soll die Gruppe rund um das „Wasser“ nonverbal agieren, was die Sache nicht einfacher macht. Außerdem stehen den Jugendlichen Seile, Karabiner und ein Klettergurt zur Verfügung. Kann die Gruppe den Schatz nun heben? Erstaunlich schnell ist das Problem gelöst. Mit gebündelten Kräften wird das lange Seil auf Spannung gehalten, während sich Thomas mit Hilfe des Klettergurts und der Karabiner zum Beutel herüberhangelt. Der süße Inhalt ist dann rasch Geschichte…

Nach einer weiteren kurzen Pause gilt es, „heiße Drähte“ zu überwinden: hoch, mittel und tief. Wenn Teilnehmer über das tief platzierte Seil steigen, müssen genauso viele Schüler das hohe überwinden – und das ist immerhin auf Kopfhöhe gespannt. Gute Zusammenarbeit, sportliche Höchstleistungen, viel Ausdauer und einige Neustarts sind notwendig, bevor die gesamte Gruppe schließlich auf der anderen Seite steht. Zeit und Mühen haben sich aber gelohnt, weil der Erfolg so manche Anstrengung vergessen lässt.

Doch damit nicht genug. Das „Sahnestück“ des heutigen Tages wartet natürlich am Schluss. Herr Schwarz führt uns zu Mauerresten der Ruine und erklärt das nächste Angebot. Wer möchte, darf gleich einen kleinen Vorsprung in etwa zwei Meter Höhe erklimmen. Mit dem Rücken zum Abgrund soll man sich dann so steif wie ein Brett machen, die Arme verschränken und vertrauensvoll nach hinten fallen lassen. Zehn ausgesuchte Mitschüler bilden zuvor unten ein Spalier und fangen die fallende Person auf. Klingt relativ einfach, stellt für die mutigen Springer aber eine enorme Überwindung dar. Immerhin müssen Angst und die „Tu das nicht!“-Stimme ignoriert werden. Dazu kommt noch die bange Frage, ob mich die anderen tatsächlich sicher fangen können. Wer sich diesem „Wahnsinn“ stellt, durchlebt ein Wechselbad der Gefühle. Denn nur einen Augenblick später wird die Angst durch ein sagenhaftes Glücksgefühl abgelöst: ich habe es geschafft!

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 haben wirklich Bemerkenswertes geleistet. Mit Bravour sind sämtliche Aufgaben gemeinsam gelöst worden. Die Gruppendynamik ist toll. Man kennt sich nun (noch) besser und hat zusammen geschwitzt, gekämpft und gelacht. Wenn die Schülerinnen und Schüler dieses Teamplaying auch im Schulalltag umsetzen können, werden sich bald die nächsten Erfolge einstellen. Gratulation für die gute Leistung!

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