Asyl, Flucht, Vertreibung

Nur, weil es hier nicht passiert, heißt es nicht, dass es gar nicht passiert!

Das ist ein Thema, das im Moment in aller Munde ist. Ein Thema, das Gefühle aufwühlt und einen traurig oder wütend stimmt.

Dank der Mutter eines Mitschülers durften wir aus erster Hand von dem Bürgerkrieg und den Geschehnissen in Syrien erfahren. Herr Frank und Herr Raff, vom Freundeskreis Asyl, kamen mit Yusef J. und Nahla H., zwei Kriegsflüchtlingen aus Syrien. Die zwei sind vor dem Bürgerkrieg geflohen und haben Schreckliches erlebt. Erfahrungen, die sie kaum in Worte fassen können.

Zuerst wurde uns berichtet, warum es in Syrien überhaupt Krieg gibt. Es ging um Assad und wie er mit der Bevölkerung umgeht. Herr Raff zeigte uns Bilder, wie Syrien früher aussah, nämlich blühend und wunderschön. Und heute sind bestimmte Teile Syriens total zerstört. Schutt und Asche, Bilder wie man sie aus den Medien kennt. Auch öffentliche Einrichtungen, wie Krankenhäuser und Schulen werden zerbombt. Herr Raff und Herr Frank erklärten uns, warum sie sich engagieren, nämlich weil sie noch Hoffnung haben. Sie wollen helfen, wo sie helfen können. Sie kämpfen für eine bessere Welt!

Amnesty International, Pro Asyl und der Freundeskreis Asyl setzen sich auf politischer Ebene ein und kämpfen für Rechte von Minderheiten. Sie kämpfen für Menschen, die vor dem Krieg alles besessen hatten, ein Haus, Freunde, Familie, eine Arbeit. Durch den Krieg verlieren und verlassen diese Menschen alles, was ihnen lieb und teuer war. Vor allem verlassen sie die Heimat und suchen nach einem neuen Ort, in dem sie in Frieden leben können. Viele Länder nehmen Flüchtlinge auf und unterstützen sie. Auch Deutschland bemüht sich, diesen Menschen zu helfen.

Yusef zeigte uns Bilder von seiner Fahrt übers Meer. Er hatte ein winziges Plätzchen auf einem alten Boot. Ihm wurde Essen und Trinken versprochen, er bekam nichts. 5 Tage dauerte die Überfahrt und das war die schlimmste Zeit seines Lebens. Nach einem Hin und Her sind die zwei nun hier, wissen aber nicht, ob und wann sie abgeschoben werden.

Nahla las uns ihre Geschichte vor, die uns dann übersetzt wurde. Sie erzählte vom Anfang der Revolution. Damals haben Jugendliche durch einen Spruch an einer Wand die Revolution ausgelöst. Die Regierung reagierte mit Festnahme, Folter und Mord. Die Familien der Jugendlichen und andere Menschen demonstrierten friedlich. Das Militär tötete weiter. Die Regierung schnitt die Bevölkerung von Elektrizität und Wasser ab. Ihr Mann und sie überlegten, wie sie dem entgehen konnten. So entschlossen sie  sich zur Flucht. Das Geld reichte aber nur für eine Person und sie erklärte sich bereit, ihr Leben zu riskieren. Denn ihr Mann kann ihre Kinder in dieser Situation besser beschützen. Ihre Tochter ist 11 und ihre Söhne 17. Ihr  Handy ist die einzige Möglichkeit, über Skype Kontakt mit der Familie aufzubauen. Wegen der schlechten Stromversorgung ist dies jeden Tag nur wenige Stunden möglich. In Ägypten suchte sie und Yusef, ihr Cousin, dann einen Schlepper, der ihnen für viel Geld eine Überfahrt versprach. Und dann kam dir schreckliche Überfahrt… Einige von uns wischten sich die Tränen aus den Augen.

Was ist ihr größter Traum, fragten wir. Yusef sagte, der größte Traum sei für ihn ein sicheres Leben, eine Arbeit und eine Wohnung. Also alles, was für uns eine Selbstverständlichkeit ist und was wir so oft nicht schätzen.
Nahla wünschte ihren Mann und ihre drei Kinder in ihre Nähe. Sie hofft, dass sie ihre Familie bald zu sich holen kann. Doch ihr läuft die Zeit davon. Ihre 17-jährigen Jungen werden mit der Volljährigkeit ins Militär eingezogen, in dem sie zum Morden und Töten gezwungen werden – oder selber sterben müssen. Sie hofft, dass sie vorher aus Syrien fliehen können. Sie wünscht sich Frieden und Freiheit mit ihrer Familie.

Zum Schluss überreichten wir Yusef und Nahla eine Lebensmittelspende, die die Klasse im Vorfeld gesammelt hatte. Jeder durfte etwas beisteuern, einige brachten sogar mehrere Päckchen mit. Die Spende bestand aus haltbaren trockenen Lebensmitteln, wie Mehl, Zucker, Nudeln, Öl usw., die im Tafelladen immer sehr schnell ausverkauft sind. Yusef und Nahla freuten sich sehr. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass einige Familien versorgt werden konnten.

Was nehmen wir mit? Dass wir mit Vorurteilen und Verallgemeinerungen aufpassen sollten. Besonders Kriegsflüchtlinge haben Schreckliches erlebt und haben es nicht verdient, Fremdenhass und so viel Feindlichkeit zu spüren zu bekommen.

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